Magnetresonanztomographie(MRT)

Leitender Arzt: Dr. med. U. Potschwadek

Was ist MRT und wie funktioniert es?

In den 1970-iger Jahren wurden die wissenschaftlichen Grundlagen für die MRT gelegt. Zwei Wissenschaftler, die entscheidenden Anteil am Durchbruch für die medizinische Nutzung hatten, erhielten 2003 hierfür den Nobelpreis. Voraussetzung für diese Untersuchung ist ein sehr starkes, homogenes Magnetfeld, welches der Mensch jedoch nicht spüren kann. Zur Gewährleistung der Homogenität des Magnetfeldes ist die Röhrenform die günstigste Konfiguration für das Gerät. In diesem beidseits offenen Tunnel wird der Patient gelagert. Durch zusätzliches Schalten von Magnetfeldern und Aussendung von Radiowellen wird das menschliche Gewebe angeregt. Je nach Gewebszusammensetzung geben die Organe und krankhaften Prozesse ein unterschiedliches Signal zurück. Dieses wird über komplizierte Rechenwege vom Computer aufgeschlüsselt und in Form eines Schnittbildes widergegeben.

Was kann mit MRT untersucht werden?

Prinzipiell kann jede Körperregion dargestellt werden. Aufgrund der physikalisch-technischen und auch chemischen Voraussetzungen ist die Untersuchung der verschiedenen Organsysteme mehr oder weniger sinnvoll. Sehr gut geeignet ist die Methode zur Darstellung von Weichteilen wie Gehirn, Halsorgane, Oberbauchorgane (z.B. Leber, Milz, Bauchspeicheldrüse), Nieren, Nebennieren, Gefäße, Beckenorgane, Wirbelsäule und Gelenke. Kontrastmittelgaben können die Aussagekraft der Untersuchung verbessern. Untersuchungen des Brustkorbes sind aufgrund des hohen Luftanteils der Lunge, der Atembewegungen und Herzaktionen sehr häufig von geringerer Qualität oder deutlich aufwendiger als beispielsweise in der Computertomographie. Auch Untersuchungen des Magen-Darm-Traktes mit MRT sind noch keine Standartuntersuchungen und bleiben nur sehr speziellen Fragestellungen vorbehalten.

Welche Vorteile hat die MRT?

Es kommen keine ionisierenden Strahlen wie Röntgenstrahlen zum Einsatz. Schnittbilder können in vielen verschiedenen Ebenen erzeugt werden. Durch einen hohen Weichteilkontrast sind die anatomischen Strukturen sehr gut zu erkennen. Das erleichtert das Erkennen von krankhaften Veränderungen. Durch die Gabe eines Kontrastmittels ist in einigen Fällen eine weitere Verbesserung der Diagnostik möglich.

Welche Nachteile gibt es?

Voraussetzung für eine gute Bildqualität ist eine bewegungsfreie Lagerung des Patienten. Das Stillliegen über einige Minuten kann, insbesondere auch bei schmerzhaften Erkrankungen, beschwerlich sein. Herzschrittmacherträger können im MRT nicht untersucht werden. Metalle im Körper führen bei Lagerung des Patienten im Gerät zu verschiedenen, teilweise für den Patienten gefährlichen Wechselwirkungen. Bei der Untersuchung kann sich das Metall erwärmen oder auch das Magnetfeld derart stören, dass eine Beurteilung der Bilder nicht mehr oder nur eingeschränkt möglich ist. Magnetische Metalle können sich verlagern und Verletzungen hervorrufen. Gleiches gilt für außerhalb des Körpers vorhandene magnetische Materialien. Elektrische oder elektronische Hilfsmittel wie z.B. Medikamentenpumpen, Hörgeräte und Stimulatoren können durch die MRT beschädigt werden. Diese Geräte müssen abgelegt oder abgeschaltet werden. Eine eingehende Befragung des Patienten durch das Personal ist daher unbedingt erforderlich. Die Untersuchung ist verhältnismäßig teuer, eine kritische Indikationsstellung sollte daher Grundvoraussetzung sein. Liegt diese vor, relativiert sich aufgrund der hohen diagnostischen Treffsicherheit der Aufwand in den meisten Fällen.

Ist MRT gefährlich?

Einer Strahlenbelastung, wie beispielsweise in der Computertomographie oder beim Röntgen, ist der Patient nicht ausgesetzt. Die eingesetzten Hochfrequenzimpulse haben eine unbedeutende Gewebeerwärmung zur Folge. Die Untersuchung ist mit einer starken, für einige Patienten unangenehmen Geräuschentwicklung verbunden. Die Belastung kann mittels Ohrschützern deutlich reduziert werden. Darüber ist auch das Hören von Musik während der Untersuchung möglich und hilft zu entspannen. In einigen Fällen ruft die Enge in dem Untersuchungstunnel Beklemmungen und Angst hervor. Die Begleitung durch Familienangehörige oder Freunde, auch im Untersuchungsraum, oder auch Hilfsmittel wie Spiegel, die die Sicht nach außen ermöglichen, können hilfreich sein. Bei ausgeprägten Angstgefühlen ist die Gabe schnell wirkender Beruhigungsmittel in nahezu allen Fällen erfolgversprechend. Unser Personal ist für diese Fälle sehr gut geschult, scheuen Sie sich nicht, sie anzusprechen. Während der Untersuchung stehen Sie über eine Klingel mit dem Personal in Kontakt. Auch bei modernen Kontrastmitteln können, wenn auch selten, allergische Reaktionen auftreten. Schwere allergische Reaktionen sind extrem selten.

Wie lange dauert eine MRT-Untersuchung?

Die meisten Untersuchungen (wie z.B. die eines Wirbelsäulenabschnittes) dauern ca. 10-15 Minuten. Bei speziellen Fragestellungen und größeren Untersuchungsregionen kann eine MRT 30 bis 40 Minuten dauern. Unsere Assistentinnen halten mit Ihnen Sprechkontakt.

Wie muß ich mich auf die MRT-Untersuchung vorbereiten?

Eine spezielle Vorbereitung ist nicht notwendig. Sie können üblicherweise zuvor essen und trinken. Für Untersuchungen des Bauchraumes empfiehlt sich zuvor eine leichte Kost. Unmittelbar vor der Untersuchung müssen sämtliche Metallteile und Magnetkarten abgelegt werden (Gold- und Silberschmuck, wenn nicht in der Untersuchungsregion, kann verbleiben). Im Zweifelsfall fragen Sie unser Personal. Häufiger ist die Gabe eines Kontrastmittels (ohne Jod) sehr hilfreich. Hierfür ist der Nachweis einer ausreichenden Nierenfunktion notwendig. Wir benötigen dazu den aktuellen Kreatininwert. Wenn nicht bereits durch ihren überweisenden Arzt veranlasst, fragen Sie bitte dahingehend bei ihm nach. Nach der Untersuchung erleichtert eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme die Ausscheidung des Kontrastmittels über die Nieren. Ist bei Ihnen eine medikamentöse Beruhigung notwendig, dürfen Sie in Anschluss an die Untersuchung kein Fahrzeug selbst führen. Ideal wäre die Begleitung durch eine weitere Person. Vor jeder Untersuchung müssen die Patienten einen Frage- und Aufklärungsbogen ausfüllen. Diesen können Sie sich auch als Datei herunterladen und bereits ausgefüllt zur Untersuchung mitbringen.